Erdwärme - die "erneuerbare Energie" der Zukunft
Bei den heute immer mehr steigenden Energiepreisen für
die Gebäudeheizung wird die erneuerbare Energieerzeugung für Ein- und
Mehrfamilienhäuser sowie für alle anderen größeren Gebäude mittels Erdwärme
immer attraktiver. Die Erdwärmegewinnung als Energieträger ist völlig unabhängig von
Preissteigerungen fossiler Brennstoffe (Öl und Gas) und wird mit wesentlich
weniger Primärenergieaufwand sowie ohne Freisetzung des Treibhausgases
Kohlendioxid (CO2) am Anlagenstandort betrieben.
« Unser Planet Erde hat einen Radius von 6.370 km und
die feste Erdkruste besitzt eine Mächtigkeit von ca. 35-65 km. Dieser riesige Körper
besitzt eine nach menschlichem Ermessen unerschöpfliche Wärmeenergie, die
durch Prozesse im Erdmantel gesteuert werden. Der geothermische Wärmefluss zur
effektiven Erdwärmenutzung ist erst ab ca. 10 - 20 m Tiefe wirksam. In Tiefen
bis 20 m wird der Wärmefluss im wesentlichen noch atmosphärisch, d.h. durch
die Strahlungswärme der Sonne beeinflusst.. »
Die oberflächennahe
Geothermie erschließt den Untergrund bis max. 200 m Tiefe zur Erdwärmenutzung
für Wohn-, Büro- und Verwaltungsgebäude sowie für andere größere Gebäudekomplexe
wie z.B. öffentliche Einrichtungen, Krankenhäuser, Altenheime und auch
industrielle und gewerbliche Anlagen.
Systeme der oberflächennahen Geothermie
Zur
Energiegewinnung durch Erdwärme kommen verschiedene Systeme, je nach
geologischer und hydrogeologischer Lage des Standortes und der wasserrechtlichen
Genehmigungsfähigkeit in Frage:
Erdwämekollektoren
sind horizontal in Gräben auf der Grundstücksfläche in frostsicherer Tiefe
(ca. 1-2 m) verlegte Sole-Leitungen. Dieses System benötigt eine grosse
Grundstücksfläche, die meist nicht zur Verfügung steht. Außerdem ist diese
Variante energetisch am ungünstigsten, da in dieser Tiefe noch atmosphärische
Einflüsse wirksam sind. Die Wärmepumpe arbeitet bei diesem System mit einem
schlechten Wirkungsgrad, d.h. einer niedrigen Arbeitszahl.
Energiekörbe
sind ebenfalls flache Erdwärmesysteme, die mit Spiralsonden in Tiefen von ca. 2-6 m die oberflächennahen Bodenzonen erschließen. Die Spiralsonden haben in der Regel Durchmesser von 0,5 m und werden mit Schneckenbohrgeräten im Abstand von 2-4 m in frostsicherer Tiefe in den Boden eingebracht.
Die benötigte Grundstücksfläche ist kleiner als die für Flächenkollektoren, die
energetische Ausbeute ist allerdings abhängig von atmosphärischen Einflüssen, wie z.B. Sonneneinstrahlung, Niederschlagsaktivität etc.
Die Wärmepumpe arbeitet deshalb auch hier mit einem schlechten Wirkungsgrad.
Vertikale
Erdwärmesonden (meist Doppel-U-Sonden, oder Koaxialsonden) sind derzeit die
am meisten verwendeten Systeme. Die Vorteile liegen auf der Hand:
Nur ein geringer Platzbedarf ist für die Sonden erforderlich. Die Sonden können
je nach geologischen und wasserrechtlichen Standortgegebenheiten auch bis in größere
Tiefen (bis 150 - 200 m) niedergebracht werden. Bei vertikalen Erdsonden liegen
ideale Vorraussetzungen als Wärmequelle vor, da in diesen Tiefen keine atmosphärische
Beeinflussung mehr wirksam ist. Der gesamte Wärmefluss kommt aus dem Untergrund
unserer Erde. Der Betrieb der Wärmepumpe arbeitet bei dieser tief liegenden
Energiequelle optimal und erreicht Arbeitszahlen von mind. 4 bis 4,5. Je nach Untergrundverhältnissen sind spezifische
Entzugsleistungen von 55-85 W/m Sondenlänge zu erzielen.
Vertikale Erdwärmesonden werden normalerweise mit einem Kältemittel aus Glykol-Wassergemisch oder aus
Mineralsalzen-Wassergemisch in
der Sondenleitung betrieben. Als Sonderlösung kann die CO2-Sonde
installiert werden, die als Kältemittel Kohlendioxid verwendet. Mit dieser
Sonde können unter Umständen höhere Arbeitszahlen von ca. 4,5 bis 5 erreicht
werden da die Zirkulation des Kältemittels CO2 im Sondenkreislauf
ohne weitere Energiezufuhr erfolgt.
Grundwassersysteme.
Sofern am
Standort nutzbares Grundwasser vorhanden ist, kann das Grundwasser auch als Wärmequelle
genutzt werden. Dazu ist eine sogenannte Grundwasser-Doublette erforderlich, die
aus einem Entnahmebrunnen und einem Infiltrationsbrunnen besteht. Der Wärmeentzug
erfolgt über das Grundwasser selbst, das über das ganze Jahr eine
gleichbleibende Temperatur von ca. 8 - 12 °C hat. Probleme können sich bei
diesem System aus den Wasserinhaltsstoffen (z.B. Eisen, Karbonate) ergeben, die
im Vorfeld genau zu untersuchen sind. Weiterhin sind hydrogeologische
Untersuchungen (Pumpversuche etc.) erforderlich und eine wasserrechtliche
Erlaubnis muß zwingend vorliegen.
Tiefe Geothermie-Systeme
Bei der tiefen Geothermie werden Bohrungen bis in 3.000 m und 4.000 m Tiefe niedergebracht, wo sich
z.B. heisse Wässer bis 170° C oder darüber finden. Diese Systeme
werden in der Regel zur geothermischen Stromerzeugung bei Großprojekten genutzt
(z.B. bei Landau/Pfalz, Unterhaching, Erding etc.).
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Erdwärme ist eine umwelt- und resourcenschonende und
langfristig kostengünstige Wärmeenergie-versorgung.
.... Wärmeenergie, die auch kühlt !!
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